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Stichwort „Kinder- und Medizinhilfe Laos“

Bewegendes

Die kleine Doo mit ihrem Unterschenkelbruch

 

Die neunjährige Doo kam mit einem grob verschobenen Unterschenkelbruch zu uns. Wir versuchten lange die Eltern von einer notwendigen Operation zu überzeugen. Vergeblich, zu groß war die Angst in der Familie von dem Ungewissen was da in einem Krankenhaus passiert. Auch war kein Geld für die Behandlung vorhanden. In Laos müssen nämlich die Patienten und deren Familie das ganze Verbrauchsmaterial bei einem Krankenhausaufenthalt selbst bezahlen. Nach einigem hin und her haben wir dann angeboten die Behandlungskosten aus unserem Kinderpatientenfond zu übernehmen. Die Familie war zwar noch immer zögerlich, aber letztlich willigte sie ein und einer der laotischen Kollegen konnte sie dann unter unserer Anleitung operieren. Alles ging gut aber die kleine Doo konnte mich dennoch nicht leiden; kam ich doch andauernd an ihrem Patientenbettchen vorbei und „nestelte“ an ihrem Verband herum, klebte Pflaster oder ähnliches. Nach einer Woche war sie dann soweit, dass sie nach Hause durfte. Als Dank schenkten sie uns einen selbst gefangenen Fisch, den wir mit unseren Kollegen verspeisten. 2 Jahre später kam sie dann wieder zu uns als sie hörte dass wir wieder im Krankenhaus waren, um sich die damals eingesetzte Platte entfernen zu lassen. Alles war gut verheilt und sie war auch nicht mehr ängstlich.

Mr. Kim lernt wieder Laufen

 

Mr. Kim kommt aus einem kleinen Dorf aus dem Hinboun-Tal, das

ca. 150 km von Thakhek liegt. Nach dem Ende des „Secret War“ hat es ihn nach Amerika verschlagen, allerdings blieb Laos immer seine Heimat. Seit fünf Jahren kommt er jährlich hierher zurück und verbringt den Winter in der Holzhütte seiner Familie. Mittlerweile ist er 84 Jahre alt. Als wir ihn das erste mal getroffen haben saß er im Rollstuhl. Er hatte eine Oberschenkelfraktur welche in Thailand operiert wurde, aber die Platte die eingesetzt wurde, war inzwischen gebrochen und der Bruch völlig instabil. In den USA konnte er sich keine Operation leisten, nach Thailand wollte er auch nicht mehr, er wollte in seiner Heimat operiert werden. Zusammen mit Dr. Khamtay haben wir ihm dann die Falschgelenkbildung operativ entfernt und den Knochen neu verplattet. Dies ist gut verheilt und er kann mittlerweile wieder Strecken bis zu 100 Meter gehen. Mr. Kim benötigt den Rollstuhl kaum mehr. Er kommt mich jedes Jahr zur Kontrolle im Krankenhaus in Khammouane besuchen und als ich Ihn fragte wieso er nicht in den USA zum Arzt geht, meinte er, dass er den amerikanische Ärzten nicht traue, er glaube nur an das was wir hier in Laos machen.

Ein Lichtblick an einem dunklen Tag

Eigentlich hatte der Tag gar nicht so dunkel begonnen. Am Vorabend war ein kleiner Junge geboren - mit lediglich 1000 Gramm. Zusätzlich war ein lautes Herzgeräusch vorhanden und er hatte eine ausgeprägte Lippen-Kiefer-Gaumenspalte. Trotz all seiner Probleme war der kleine Mann extrem fit und lebensfreudig. Wir halfen ihm mit ein bisschen Atemunterstützung, doch schon bald schaffte er auch das Atmen ganz alleine und schaute uns zufrieden an. Ein Frühchen, wegen dem ich in der Nacht bereits gerufen worden war, hatte es da deutlich schwerer. Die Atemhilfe, mit der ich ihn versorgt hatte, reichte nicht aus und seine Atmung wurde zunehmend angestrengter. Moderne Therapiemittel, wie Surfactant oder eine suffiziente Atemhilfe stehen nicht zur Verfügung und der kleine Mann erschöpfte sich zusehends. Während ich noch den neuen Zugang untersuchte und versorgte, wurde das kleine Frühchen plötzlich ateminsuffizient. Mein laotischer Kollege und ich versuchten ihm zu helfen, doch die medizinischen Mittel waren einfach nicht ausreichend und wir mussten schon bald einsehen, dass wir trotz seiner verhältnismäßig späten Woche (32. Schwangerschaftswoche), nichts für ihn tun konnten. So schwer solche Schicksale auch scheinen, es kann auch gut sein, zu wissen, dass man mit den dort zur Verfügung stehenden Mitteln, diesem Kind nicht hätte geholfen werden können und so konnte es einfach seinen Weg antreten. Von da an wurde der Tag immer schlimmer. Die Familie unseres Neuzugangs, mit dem Namen Geo, wollte den Jungen nicht in

der Klinik lassen. Das merkwürdige Gesicht verstörte die Familie derart, dass sie nicht daran interessiert schienen, ihn medizinisch gut versorgt zu wissen. Ich versuchte mit meinem gebrochenen Laotisch die Aussichten des Kleinen zu erklären. Mit etwas Mühe und Einsatz konnte man ihn ernähren und in einem Jahr von einer Thailändischen Hilfsorganisation operieren lassen. Ich verhandelte mit den Ärzten, schaltete den Krankenhausdirektor ein, bot zuletzt an, den Kleinen zu adoptieren, doch nichts half. Schließlich wollte die Familie kein Einsehen zeigen. Verzweifelt stand ich im Flur als meine junge Kollegin verzweifelt auf mich zukam. „Schnell, eine Geburt aus Becken-Endlage. Das Kind ist instabil. Bitte komm dazu!“ Eilig bereiteten wir alles für ein schwerkrankes Kind vor und schauten der Gynäkologin zu, wie diese geschickt die Geburt vorantrieb und schließlich das Kind auf die Welt holte. Im gleichen Moment ging die Tür auf und eine Hebamme brachte ein weiteres Kind von einem Kaiserschnitt herbei. Meine junge Kollegin nahm dieses Kind in Empfang und ich übernahm das gerade geborene Kind von der Gynäkologin. Nach Abtrocknen und ein bisschen Stimulation begann es zu schreien und bereits wenige Augenblicke später beruhigte es sich und schaute mich mit großen Augen an. Als wollte es sagen: „Was soll der ganze Stress, mir geht’s doch gut.“ Auch das Kind, das per Kaiserschnitt geboren worden war, erholte sich rasch. Wir wickelten unsere neuen Schützlinge in wärmende Tücher und brachten sie raus zur wartenden Familie, wie es in Laos Brauch ist. Das kleine lebendige Bündel in meinen Armen strahlte mich an und brachte wieder Freude in diesen trüben Tag. Fast fiel es mir schwer ihn der wartenden Familie zu überreichen, so süß war er. Manchmal ist es eben ein trauriger Job und dann wieder der schönste der Welt.